Marderschaden – Was zahlt meine Kfz-Versicherung und welche Mittel helfen?

Marderbiss

Mal ehrlich, welcher in Freiluft parkende Autofahrer hatte noch keinen Kontakt mit einem Marder? Die Folge eines Besuchs der kleinen Räuber aus der Familie der hundeartigen Raubtiere sind durchtrennte Zündkabel, zerbissene Manschetten oder angefressene Kühlschläuche. Dies kann – sofern unbemerkt – schlimme Folgeschäden auslösen, indem bspw. Zündaussetzer den Katalysator kaputt machen oder undichte Kühlmittelschläuche den Motor schädigen.

Zur Ehrenrettung der Mustelinae, der Gattung der Marder zu denen unter anderem Vielfraße, Wiesel, Iltisse oder auch der Europäische Nerz gehören, muss jedoch gesagt werden, dass es sich bei dem als Kabelbeißer bekannten Marder um den gefürchteten Steinmarder handelt. Dieser beißt etwa 100.000 Mal im Jahr deutschlandweit zu und hat damit schon so manchen Autofahrer fast in den Wahnsinn getrieben.

Wenn er schon zugebissen hat …

Eine Kfz-Haftpflicht übernimmt keinen Marderschaden – das ist klar, denn diese übernimmt nur Schäden gegenüber Dritten. Wenn mein Marder geschädigtes Auto bspw. eine Garage blockiert, deren Inhaber dadurch nicht an sein Auto kommt, wodurch ihm wiederum ein Geschäft entgeht, das würde dann die Haftpflichtversicherung als Vermögensschaden übernehmen.

Hat man eine Teilkaskoversicherung, dann muss man in die Vertragsbedingungen bzw. auf dem Versicherungsschein nachschauen, ob ein Marderbiss enthalten ist. Dieser umfasst zumeist Schäden an Schläuchen, Gummimanschetten, Kabel, Leitungen etc. Manchmal sind auch Folgeschäden enthalten, aber das variiert je nach Versicherungsgesellschaft.

Die besten Hausmittelchen?

Es gibt allerlei Ratschläge und Hausmittel, wie man sich bzw. sein Auto vor einem Marderschaden bewahren kann. Es kursiert bspw. das Gerücht, Hundehaare im Motorraum würden helfen, einen Marder fernzuhalten. Einige setzen auf kleine Säckchen mit Katzenhaaren, die eine ähnliche (Geruchs-) Wirkung auf den chronischen Einzelgänger haben sollen. Viel Geld zahlen wiederum andere für teure Anti-Mardersprays oder ein Marder-Schreck Ultraschall-Abwehrgerät. Und manch einer hat schon probiert, mittels Klosteinen, Duftbäumen oder Mottenkugeln die possierlichen Tierchen von seinem Fahrzeug fernzuhalten.

Aber was hilft wirklich?

Was wirklich und langfristig einem Marder die Freude am Fahrzeug vergällt, dieser Frage hat sich der Arbeitskreis Wildbiologie der Justus-Liebig-Universität Gießen e.V. angenommen und aufwendig verschiedene Marder-Abwehrmittel getestet. Mit einigermaßen deprimierenden Ergebnissen:

  • Bitterstoffe auf Kabel und Schläuche zu sprühen, bringt nichts. Marder haben zwar einen sehr ausgefeilten Geruchs- und Geschmackssinn, doch immerhin markieren sie ihr Revier mit einem Sekret aus ihren Analdrüsen; wahlweise auch mit Urin oder Kot. So stört sie weder bitterer Geschmack noch übler Geruch, womit auch sämtliche Geruchsstoffe aus der Marderabwehr raus fallen.
  • Besonders beliebt sind mittlerweile Ultraschall-Abwehrgeräte, auf die manch ein Autofahrer Stein und Bein schwört. In der Realität sieht es jedoch so aus, dass er lediglich Glück gehabt hat. Denn die Marder in der Versuchsanordnung des Arbeitskreises Wildbiologie hatten unter Dauerbeschallung den ganzen Tag friedlich geschlafen.
  • Kurzfristig können Drahtgeflechte bzw. –matten helfen, die unter das Auto gelegt werden. Der Marder scheut das Unbekannte. Sobald er jedoch ausgelotet hat, dass die Matte kein großes, böses Tier ist und nicht reagiert, hat sie ausgedient.
  • Langfristige Erfolge garantieren einzig Stromschläge oder der Schutz sämtlicher Kabel per Ummantelung. Die erste Variante der Mardervertreibung per Strom führender Matte kann recht kostenintensiv ausfallen und die zweite Variante lohnt sich nur, wenn jedes nagbare Teil im Motorraum gewissenhaft mit einer Hartplastikröhre verkleidet wurde. Dafür gibt es die relativ günstig in jedem Baumarkt.