Das stärkste Auto der Welt – zugelassen und versichert

Das stärkste Auto der Welt ist ein Red Victor 1

Sicher haben sich viele Autobegeisterte schon gefragt: Welches ist eigentlich das stärkste Auto der Welt? Schließlich muss auch dieser Rekord von irgendwem aufgestellt worden sein. Die Antwort: Das stärkste zugelassene Auto ist nicht etwa ein Sportwagen italienischer Provenienz. Es ist ein Vauxhall Victor, Baujahr 1972. Kein straßentaugliches Auto ist schneller unterwegs. Verblüffend, hätte man diesen Rekord doch eher bei klingenderen Namen erwartet.

Mit diesem alten Gefährt lässt sein Besitzer jeden Bugatti Veyron glatt im Regen stehen. Zwar hat der Bugatti das höhere Höchsttempo, bei der Beschleunigung liegt der Victor aber weit vorne und würde jedes Rennen für sich entscheiden. Ein Heimwerker lässt die Großen hier ganz schön alt aussehen.

Geschoss „Marke Eigenbau“

Der urige Besitzer des Victor hat den Wagen in Eigenregie ordentlich umgebaut und in jahrelanger Arbeit immer mehr aus der Kiste rausgeholt. Der eingebaute 7,7-Liter-V8-Motor ist so stark, dass er den Wagen fast in Stücke reißt, was den erfindungsreichen Besitzer nicht stört, der auch die Hintertüren verschweißt hat, um für mehr Stabilität zu sorgen.

Wie gesagt: Noch hat der Bugatti Veyron das höhere Tempo. Aber das wird sich ändern, wenn die nächste Tuningrunde abgeschlossen ist. Dann befeuern nicht mehr 2.200 PS den Victor, sondern 3.000 PS. Und damit ist auch dann das Ende der Fahnenstange erreicht. Mehr ist ohne extreme Umbauten nicht mehr aus dem Wagen rauszuholen, aber 3.000 PS reichen ja auch. So schnell dürfte in diesem Bereich niemand an diese Leistung rankommen. Der Rekord ist dem Besitzer also noch eine Weile sicher.

Ganz normal im Straßenverkehr

Tatsächlich fährt er mit diesem Geschoss auch ganz normal im Straßenverkehr. Pfeilschnell ist er, fürs schnelle Brötchenholen sollte man schnell aber nicht auf den Gasfuß übertragen. Der Victor beschleunigt nämlich so schnell, dass man wahrscheinlich am Bäcker vorbei rauscht, vor allem weil der Bremsschirm auf öffentlichen Straßen nicht eingesetzt werden darf. Außerdem wäre bei der Geschwindigkeit innerorts wohl Schluss mit lustig.

Wo der Besitzer anzutreffen ist? In England, im kleinen Städtchen Wolverhampton, wo er schon als Lokalheld gefeiert wird. Da ist es kein Problem, so ein Geschoss zugelassen zu bekommen. Das MOT-Zertifikat, also das ungefähre Pendant zum deutschen TÜV, wird in England für Wagen, die vor 1973 gebaut wurden, sehr schnell vergeben. Nicht überall sind die Regelungen so streng wie bei uns. Bleibt nur zu hoffen, dass der Wagen nicht irgendwann bei voller Fahrt auseinander fällt.

In Deutschland ein komplizierter Fall

In Deutschland sieht es in Sachen Zulassung natürlich anders aus: Zunächst ist für jeden Umbau zu fragen, ob die Betriebserlaubnis des TÜVs dadurch tangiert wird. Jeder Umbau muss genauestens abgenommen werden. Sonst ist die Straßentauglichkeit dahin und man kann mit dem Wagen nur noch auf die Rennstrecke, wo einen weitere Bestimmungen erwarten.

Gesetzt den Fall, dass der TÜV sein Ok gibt, braucht man eine Versicherung. Eine normale Kfz-Versicherung ist hier natürlich nicht zuständig.

Für diese speziellen Fälle braucht es auch spezielle Lösungen. Für so einen Wagen gibt es keine vorgefertigten Versicherungen. Bei einem Fahrzeug ohne Typenklasse – und da fällt schon ein Ferrari drunter – wendet man sich an Spezialversicherer. Der kann auf die ganz speziellen Bedürfnisse seines Kunden eingehen. So kommt man also am Ende auch bei uns zum Superauto mit Straßentauglichkeit. Oder man wandert aus nach England.