Vom Grillmeister zum armen Würstchen

Die Grillsaison und Ihre Tücken

Selten war ein Frühling so freundlich und der Sonnenschein kennt kein Ende. Jetzt lockt die Grillsaison, und jeder findet draußen sein am schönsten – am besten dort, wo lauschige Grillplätze locken. So kann man vor Ort auch kulinarischen Genüssen nachgehen und zusammen das gute Wetter feiern.

Waldhäuschen oder Lichtungen laden ein, mit Sack und Pack und Grillkohle und Fleisch und Soßen und Salaten ein kleines Grillfest zu machen. Denn: „Veronika, der Lenz ist da“. Nichts liegt näher als sofort aufzubrechen und die Steaks auf den Grill zu schmeißen. Am Besten geht man natürlich direkt in die Natur, denn wo sonst ist das Grillen ursprünglicher?

Versicherungsfall Waldbrand

Aber Achtung: Funkenflug oder ein nicht ordnungsgemäßes Löschen des Grillfeuers kann üble Folgen haben: In einem ausgetrockneten Wald sind schnell mal einige Hektar Opfer der Flammen, und es dauert oft Tage, bis das Feuer eingedämmt und gelöscht ist. Klar, dass dafür der Schuldige zur Verantwortung gezogen wird. Da raucht dann nicht mehr nur das Feuer, sondern auch der Kopf.
Zumindest in einem Fall kann man ein bisschen Entwarnung geben. Der Schaden als privatrechtliche Forderung ist gedeckt durch die Haftpflichtversicherung. Gut zu wissen, dass man die Forderung des Waldbesitzers an sie weiterreichen kann. Auch in so einem speziellen Fall nützt also die Haftpflicht. Sollte es sich also nur um einen kleineren Brand gehandelt haben, hat man noch mal Glück gehabt und kommt mit dem Schrecken davon.

Anders sieht es aus bei öffentlich-rechtlichen Forderungen. Diese sind nicht gedeckt. Das bedeutet im Klartext: Stellt die Feuerwehr eine Rechnung über langwierige Löschmaßnahmen mit mehreren Fahrzeugen, Helikoptern und Brandbekämpfern, dann wird der Grillchef ganz schnell ein armes Würstel, im wahrsten Sinne des Wortes. Da geht dann nicht nur ein Wald, sondern auch ein ganzes Vermögen in Rauch auf.

Vorsichtsmaßnahmen beim Grillen

Daher tut man gut daran, sich genau zu informieren, bevor man in den Wald aufbricht, und den Hinweisen an der Grillstelle Folge zu leisten. Wie immer gelten ein paar wichtige Vorsichtsmaßnahmen:

  • Auf keinen Fall darf außerhalb der vorgesehenen Grillstelle gegrillt werden. Provisorische Vorrichtungen aus Steinen können die ordentlich eingerichtete Grillstelle nicht ersetzen. Will man nicht am Waldrand, sondern im Wald an einer vorgesehenen Feuerstelle grillen, muss das normalerweise auch vorher genehmigt werden.
  • Die Glut sollte nicht vom Wind verweht werden.
  • Niemals Grillanzünder aus einer Flasche ins Feuer spritzen, sonst entzündet sich die Flasche.
  • Keine Brandbeschleuniger wie Benzin oder Spiritus als Anzünder verwenden.
  • Man sollte sicher gehen, dass die Glut vor Verlassen der Grillstelle absolut erloschen ist.
  • Auch Müll kann zu Waldbränden führen. Vorsicht mit Glasscherben! Glasscherben können im Wald wie Brenngläser wirken und müssen unbedingt entsorgt werden so wie jeder andere Müll auch, was eigentlich selbstverständlich sein sollte.

Gute Vorbereitung macht den Meister

Daher empfiehlt es sich, den Hinweisen an den Grillplätzen genau Folge zu leisten und bei Trockenheit das Grillen in den Park zu verlagern. Bei hoher Waldbrandgefahr ist das Grillen im Wald grundsätzlich verboten.

Wer das alles weiß und sich entsprechend verhält kann ohne Sorgen aufbrechen, um die Grillsaison zu eröffnen. Natürlich sollte man auch seine eignen Grill-Utensilien auf Vollständigkeit überprüfen, sonst steht man am Ende ganz ohne Feuer da. Mit der entsprechenden Aufmerksamkeit steht dem Spaß dann nichts mehr im Wege und man kann sich auch dank seiner Kenntnisse als wahren Grillmeister bezeichnen.